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9. Brandenburgischen Rollstuhlbasketballcup Potsdam-Mittelmark

9. Brandenburgischen Rollstuhlbasketballcup Potsdam-Mittelmark

Spannend. Das erste Turnierwochenende mit dem RSC Hanse Lübeck und mir als Neumitglied stand an. Beim Packen stellte ich fest, dass dies mein erstes Turnierwochenende überhaupt ist.

Also vorsichtshalber die Packliste an Lena Kintscher geschickt, die ist immerhin letztes Jahr schon dabei gewesen und weist mich sicherlich auf fehlende Sachen hin. Aber – an alles gedacht! Dann ging es los.

 

Freitag, 04. September 2015 – um 15.30 Uhr war Treffen an der Sporthalle in Schlutup. Noch schnell die Rollis, Ersatzreifen, Taschen, Zelte und alles andere in das Auto und den Bus packen – Tetris in der schwierigsten Stufe ist nichts dagegen, aber wir haben ja erfahrene Packer dabei – ich durfte mich mit eigenem Trikot und Zubehör eindecken, die Nr. 8 ist die meine, und schon ging es los.

Uwe und Doreen fuhren mit Lena und Paul im Auto vorweg. Andreas, Matze, Annika, Caro und ich mit dem Bus samt Frieda, dem super Wohnwagen von Annika und Matze, hinterher.

Nach fünf Stunden und einer schönen Über-Land-Strecke durch die brandenburgische Natur kamen wir dann knapp eine Stunde später als das Auto an der Sporthalle in Bad Belzig an. Uwe und Doreen konnten ihr Zelt noch im Hellen aufbauen, für uns hieß es das Ganze mit Taschenlampe aber nicht weniger Spaß hinter uns zu bringen.

Nach getaner Arbeit kam dann der gemütliche Teil.

Matze und Annika packen den Tisch aus ihrer Frieda aus, Kerzen wurden aufgestellt und ein Abendessen mit dem einen oder anderen Bierchen bei entspannter Atmosphäre und guten Gesprächen folgte.

Nach einer für meinen Geschmack zu kurzen Nacht (und ehrlich, zelten ist einfach nicht so meins) ging es richtig los ins Turnierwochenende, es wurde aber erst einmal mit Kaffee und einem gutem Frühstück gestartet.

Nach der offiziellen Begrüßung ging es für uns mit zugucken los. In dieser Zeit stieß Luca mit seiner Familie zu uns. Dies Turnier spielte er noch beim RSC mit, nächstes Jahr wird er wohl als „Gegner“ in den Reihen der Pfeffersportler dabei sein.

Ein bisschen aufgeregt war ich ja schon als es los ging– immerhin bin ich froh mit dem Rolli vorwärts zu kommen und vielleicht mal einen Ball zu fangen. Aber als ich die Jungs und Mädels da so spielen sah juckte es mir einfach nur in den Fingern und ich wollte los legen.

Um 10.45 Uhr war es dann soweit – Anpfiff! RSC Hanse Lübeck gegen den RSV Stahnsdorf. Die Männer – Paul, Luca, Matze, Uwe und Andreas – starteten, wir Mädels – Karo, Lena und ich – wurden dann nach und nach eingewechselt. Mein erster Spieleinsatz. Ich kam mit zwar äußerst verloren und planlos, hatte aber dafür auch jede Menge Spaß. Das Spiel beendeten wir mit 34:10.

Im Anschluss ging es gleich weiter mit Spiel zwei gegen Pfeffersport Berlin II – Luca kam also zu seinem ersten Einsatz für den RSC gegen seine neue Mannschaft. Auch hier starteten die Männer wieder ins Spiel. Es war schon ein deutlich anderes Kaliber als gegen den RSV aber trotzdem machbar. Auch in diesem Spiel wechselten wir wieder schön durch, sodass jeder zu seinem Einsatz kam und gewannen letzten Endes mit 16:28.

Mittagspause – Kraft tanke, äußerst leckeres Essen und vor allem die Sonne genießen.

Nach der Pause folgte die Finalauflage des Vorjahres: Pfeffersport Berlin I gegen den RSC. Bei diesem Spiel spielten die Männer durch, es war spannend! Was die beiden Mannschaften da zeigten war schon sehenswert. Letzten Endes konnten wir uns aber absetzten und gewannen das Spiel mit 21:31 – aber wirklich hart erkämpft!

Es ging Schlag auf Schlag weiter gegen die SGH Berlin. Kaum zu glauben aber in diesem Spiel warf ich meinen ersten und einzigen Korb (okay, gut, er hätte nicht zählen dürfen, aber wir wollen ja mal nicht päpstlicher sein als der Papst und erfreuen uns einfach an der Tatsache). Wir wechselten wieder durch, auch die Männer brauchten zwischendurch Schonung, und gewannen das Spiel knapp mit 12:18.

Das letzte Spiel für den Tag – RSC Lübeck gegen die Sundpiraten Stralsund. Es war definitiv ein Schlagabtausch und ging trotz des Freundschaftsspielcharakters, der beim ganzen Turnier herrschte, deutlich mehr zur Sache als die vorherigen Spiele.

Ein nicht leichter aber verdienter Siegt (Ergebnis fehlt) – wir gingen ungeschlagen aus dem ersten Turniertag hervor!

Der Abend wurde dann nach einer Dusche und gutem Essen richtig nett. Man kam mit den anderen Mannschaften ins Gespräch, erfuhr viel über die anderen Spieler und auch ich lernte „meine“ RSCler noch mal ganz anders kennen.

Nach einem langen Spieltag, einem tollen Tag und entspanntem Abendausklang landeten dann alle früher oder später im Zelt/Wohnwagen/Bus.

Auch diese Nacht war wieder kürzer als nötig, durch Wind und Regen auch ein bisschen kühl aber dank super Zelt immerhin trocken.

Und schon begann Turniertag Nr. 2 – wir waren gleich als erstes dran, Start 9.15Uhr. Aber auch diesmal wurde erst mal wieder ausgiebig gefrühstückt und geschnackt.

Klar war für uns, egal was passiert, dank des ungeschlagen Seins vom Vortag sind wir so oder so im Halbfinale.

Spiel eins starteten wir noch etwas verschlafen gegen die Jungs von Pfeffersport I. Diesmal ging die Wiederauflage des letzten Finales nicht zu unseren Gunsten aus. Wir verloren unser erstes Spiel mit 15:19 – die Männer spielten wieder durch, wir Mädels feuerten dafür kräftig an.

Dann stand für uns eine Spielpause an und wir durften uns an dem anderen Zwischenrundenspiel zwischen den Sundpiraten Stralsund und Pfeffersport I erfreuen … und bei unseren nächsten „Gegner“ schon mal schauen, wie die Tagesform so ist.

Und schon standen wir gegen die Piraten auf dem Feld – eine spielerisch gute sowie verbal laute Mannschaft. Auf Grund des Punktestandes war klar, auch das Vorschlussspiel dürfen wir wieder gegeneinander spielen. Der Plan von uns, dem RSC, war also: Nicht auspowern, verlieren schadet nicht. Also gingen wir es langsam an, jeder durfte wieder aufs Feld und Spielerfahrung sammeln. Das Spiel endete mit 26:23 für die Sundpiraten Stralsund.

Mittagspause – die hatten wir uns auch verdient. Nach leckerem Essen und ein bisschen ausruhen bauten wir flott das Zelt ab und verstauten unsere Sachen schon mal im Bus. Vorbereitung ist alles, schließlich standen auch noch 4-5 Stunden Rückweg an.

Nach der Mittagspause ging es in die Wiederauflage. Für uns war klar: DAS MÜSSEN WIR GEWINNEN. Schließlich wollen wir wieder gegen Pfeffersport Berlin im Finale stehen – und bei denen sah es sehr nach einem Finaleinzug aus.

Der Anpfiff unseres hoffentlich vorletzten Spiels erfolgte. Uwe, Matze, Luca, Andreas und Paul starten ins Spiel. Ich war als Neuling mit der Rolle der Zuschauerin bei der Art von Spiel mehr als zufrieden, denn es gab wieder einen ordentlichen Schlagabtausch – Rollis, Spieler und Bälle folgen gleichermaßen über das Feld. Aber wir konnten uns absetzen und gewannen letzten Endes verdient mit 21:11.

! FINALE OH-HOO, FINALE OH-HOHOHOO, FINALE OH-HOO, FINALE OH-OHOHOO !

Wie auch schon die zwei Jahre zuvor standen auch in diesem Jahr beim 9. Brandenburgischen Rollstuhlbasketballcup Potsdam-Mittelmark der Rollstuhl Club Hanse Lübeck e.V. und Pfeffersport Berlin I im Finale! Schnell wurde die Halle auf- und umgeräumt, damit das Finale auf dem großen Feld gespielt werden konnte. Für mich war das ganz schön spannend und ich war gespannt, ob ich überhaupt Spielzeit im Finale kriege. Wollte ich überhaupt Spielzeit?! Schließlich ging es um das Finale.

13:45 Uhr wurde angepfiffen. Und schon ging es los. Wir starteten erst mal wieder mit den fünf Männern ins Spiel. Danach wurde bunt durchgemixt. Alle vom Team bekamen Spielzeit. Es war super und machte einfach nur Spaß. Es war ein freundschaftliches und faires Spiel und ein wirkliches Herzschlagfinale. Eine halbe Minute vor Schluss stand es 19:18 für die Pfeffersportler, wir waren aber im Ballbesitz. Trotz einem super letzten Wurf von Matze – der Ball wollte einfach nicht in den Korb. Und so gewannen die Pfeffersportler zum dritten Mal in Folge das Finale!

Anschließend folgte noch die Siegerehrung – Der RSC schnitt nicht nur mit Platz zwei super ab, sondern sahnte auch noch bei den Einzelwertungen mit den jeweils ersten Plätzen ab. Luca wurde zum Nachwuchsspieler gekürt, Matze zum MVP (Most Valuable Player) – Herzlichen Glückwunsch den beiden dafür! Und ich durfte den Pokal mit nach Hause nehmen – eine besondere Ehre für mich, habe ich doch wenig zu diesem Erfolg beigetragen.

Nicht zur vergessen, während der ganzen Zeit waren die Eltern von Luca sowie Doreen und Annika, die Frauen von Uwe und Matze mit dabei, standen uns zur Seite und feuerten uns an.

Nach der Siegerehrung war alles schnell vorbei – kurz duschen während die anderen schon das Auto und den Bus beladen, allen tschüss sagen und schon ging es wieder Richtung Ostsee. Gleiche Starbesetzung wie auf dem Hinweg – Uwe, Doreen, Paul und Lena im Auto, Matze, Andreas, Annika, Karo und ich im Bus mit Frieda hinter uns. Diesmal kamen wir zweitgleich an der Halle an. Alle halfen schnell beim Ausladen und verstauen und nach einer herzlichen Verabschiedung machten sich alle auf den Weg nach Hause.

Es war ein anstrengendes, schlafarmes aber dafür unglaublich lustiges, sportliches und in meinen Augen rund um tolles Rollstuhlbasketball-Wochenende!

Ich freue mich schon auf nächstes Jahr. Allein deshalb, weil ich dann nicht mehr „Neuling“ bin und überstimmt werden kann einen Artikel schreiben zu dürfen!

 

Abschließend noch einen großen Dank an die Organisatoren des 9. Brandenburgischen Rollstuhlbasketballcup Potsdam-Mittelmark – ich denke ich spreche im Namen aller RSCler wenn ich sage: Bis nächstes Jahr zum zehnjährigen Jubiläum!

 

Lübeck, 17.09.2015

Hanna Düster

By |2016-08-29T14:15:09+00:00September 21st, 2015|Rollstuhlbasketball|0 Kommentare